Warum der Faschismus wieder erstarkt

Der Faschismus kommt nicht mit Stiefeln.Er kommt mit Versprechen. Er verspricht Ordnung, wo Unübersichtlichkeit herrscht.Er verspricht Klarheit, wo Komplexität überfordert.Er verspricht Zugehörigkeit, wo Menschen sich überflüssig fühlen. Seine Rückkehr ist kein Rätsel und kein Betriebsunfall.Sie ist die logische Folge einer Gesellschaft, die ihre Mitglieder dauerhaft unter Stress setzt und ihnen gleichzeitig erklärt, sie müssten damit …

Warum einfach mehr arbeiten nicht hilft:Die deutsche Wirtschaft und die Flucht vor Verantwortung

Die deutsche Wirtschaft leidet nicht an mangelnder Arbeitsleistung ihrer Beschäftigten. Sie leidet an etwas Tieferem: an institutionalisierter Risikovermeidung und der systematischen Delegation von Verantwortung. Arbeit wird in diesem Land reichlich geleistet. Sitzungen sind voll, Kalender dicht, Prozesse komplex. Was fehlt, ist nicht Einsatz, sondern Entscheidung. Verantwortung ist zum Risiko geworden – und Risiken werden in …

Wenn alles Ertrag bringen muss, verklebt das Denken

Der Gedanke, dass alles Ertrag bringen muss, ist zu einer stillen Selbstverständlichkeit geworden. Kaum jemand stellt ihn offen infrage. Er läuft mit. Im Hintergrund. Wie ein inneres Betriebssystem, das Entscheidungen vorsortiert, bevor sie überhaupt bewusst getroffen werden. Was bringt es?Lohnt sich das?Hat das einen Nutzen? Diese Fragen sind nicht falsch. Problematisch werden sie erst dann, …

Ich bin nicht nur Rollstuhlfahrer oder Gelähmter

Ableismus beginnt selten mit böser Absicht.Er beginnt mit Reduktion. Mit dem Moment, in dem ein Mensch nicht mehr als Person wahrgenommen wird, sondern als Zustand. Als Einschränkung. Als Defizit. Als Abweichung von einer stillschweigenden Norm, die sich selbst nie hinterfragt. „Rollstuhlfahrer.“„Gelähmt.“„Behindert.“ Das sind keine neutralen Beschreibungen. Es sind Etiketten, die Ordnung schaffen sollen. Für die …

Der Kunde, der keiner mehr ist – und warum das Populisten stärkt

Es lässt sich immer deutlicher ablesen, dass der normale Bürger nicht mehr Kunde ist. Zumindest nicht im eigentlichen Sinne. Er wird noch gezählt, noch erfasst, noch befragt – aber er wird nicht mehr umworben. Umworben werden andere. Kunde zu sein bedeutete einmal: relevant zu sein. Eine Stimme zu haben, weil man Kaufkraft bündelte. Weil viele …

Warum „rechts sein“ unsere Gesellschaft zerstört!

rechte Politiker, wie Donald propagieren:Das Recht des Stärkeren und handeln entsprechend: Rechte und autoritäre Weltbilder werden oft über Leistung erklärt.Über Produktivität.Über Funktionieren. Doch das greift zu kurz. Das eigentliche Problem ist nicht Schwäche.Das eigentliche Problem ist Anderssein. Sozialdarwinistisches Denken richtet sich nicht nur gegen jene, die nicht mithalten können.Es richtet sich gegen alles, was von …

Man sits alone on a bench by the coastline in Marseille. Perfect blend of tranquil sea and sky.

Warum sich Deutschland mit Barrierefreiheit und Teilhabe so schwer tut!

Eine Einschätzung basierend auf realen Erfahrungen In Deutschland steht alles unter einer Bedingung.Anerkennung. Respekt. Zugehörigkeit.Nichts gilt einfach so. Besonders nicht für Menschen, die von der Norm abweichen. Wer behindert ist, wird nicht zuerst als Person wahrgenommen, sondern als Abweichung.Als etwas, das erklärt werden muss.Eingeordnet.Bewertet. Nicht offen feindlich.Nicht laut.Sondern korrekt.Höflich.Strukturiert. Die Behinderung überlagert alles andere: Haltung, …

Warum „weniger arbeiten wollen“ als Charakterschwäche gilt

„Ich will nicht so viel arbeiten“ ist einer dieser Sätze, die sofort korrigiert werden. Nicht sprachlich, sondern moralisch. Kaum ausgesprochen, wird er uminterpretiert: in fehlenden Ehrgeiz, mangelnde Disziplin, zu wenig Biss. Der Inhalt des Satzes spielt dabei kaum eine Rolle. Entscheidend ist, wer ihn sagt – und dass er ihn überhaupt sagt. Denn in unserer …

Warum das deutsche Sozialsystem nicht mehr zeitgemäß ist

Das deutsche Sozialsystem ist kein schlechtes System. Es ist ein altes. Und genau darin liegt das Problem. Es wurde für eine Gesellschaft gebaut, die es so nicht mehr gibt: lebenslange Vollzeitstellen, klare Erwerbsbiografien, stabile Familienmodelle, lineares Leben. Die Gegenwart ist fragmentiert, unstet, hybrid – das System aber denkt weiterhin in Normalfällen. Im Kern folgt das …

STUPIDOKRATIE – Der Populisten

Populisten regieren nicht die Realität – sie regieren die Gefühle über die Realität. Sie besetzen die Wahrnehmung, nicht die Fakten. Und genau dadurch entsteht Stupidokratie: ein System, in dem Emotionen schneller sind als Denken und Lautstärke mehr gilt als Logik.Der Populist arbeitet wie ein Heizdeckenverkäufer auf einem Jahrmarkt: Er bietet keine Lösungen an, sondern Erleichterungen. …